Klima, Wetter und Heuimporte

Es ist nicht zu fassen. Heute diskutierte man im Nationalrat über die Massnahmen der Reduzierung der CO2 Emissionen. Geht es nach dem Bundesrat, soll die Schweiz diese Emissionen bis 2030 um 50 Prozent unter das Niveau von 1990 senken. Damit will die Schweiz ihren Beitrag leisten zum weltweiten Klimaschutzziel, wonach sich die Erdatmosphäre nicht um mehr als 2 Prozent erwärmen soll. Das kann natürlich nur mit Lenkungsabgaben gehen. Jedoch die SVP stimmte für "nicht eintreten". Also nicht einmal darüber sprechen möchte man. Die Massnahmen würden der Wirtschaft schaden. Wissen die eigentlich, wie es der Wirtschaft schaden wird, wenn man nichts unternimmt? Ich glaube nicht.

 

Im vergangenen Sommer mussten die Bauern für 47 Millionen Franken 179'800 Tonnen Heu importieren weil die Weiden verdorrt waren und das Vieh nichts mehr zu fressen hatte. Wasser musste per Helikopter auf die Alpen geflogen werden damit das Vieh nicht verdurstet. Vieh musste notgeschlachtet werden weil kein Futter mehr vorhanden war. Und dies nicht in Eritrea sondern in der Schweiz. Zum Tod lachen: Ein Teil des Heuimportes stammt aus Eritrea. Ich glaube, unsere PolitikerInnen haben nicht alle Tassen im Schrank. Der Nichteintretensantrag ist allerdings gescheitert am ja aller übrigen Parteien.

 

Wieso sind die Ultrarechten immer gegen alles was Sinn macht? Meistens sind sie die einzigen, die sich gegen etwas stemmen. Vor Jahren wollte ihr Vordenker Blocher sogar die AHV abschaffen. Wie blöd muss man sein um sowas in die Welt zu setzen?  Sobald etwas Geld kostet, ist man dagegen. Alle wissen, dass man von den fossilen Brennstoffen weg kommen muss. Aber den Preis dafür will man nicht bezahlen. Weder die Gilets jaunes in Paris noch die SVP-Gurus in der Schweiz noch die Afd in der BRD. Ist ja logisch wenn man weiss, dass der Schweizer-SVP-Präsident auch das Präsidium der Oelimporteure inne hat. Aber auch der hat Kinder, darum ist eine solche Haltung für mich so unverständlich. Die CO2-Reduktion wurde zwar diskutiert, aber die vorgeschlagenen Massnahmen des Bundesrates total verwässert. Und dies nicht nur durch die SVP. Auch FDP und CVP halfen wacker mit. Bundesrätin Doris Leuthart sagte in einer Schlussrede: Ihr habt nun abgestimmt und damit die Einhaltung der Klimaziele verunmöglicht! Ihr werdet 2030 feststellen: Ziel nicht erreicht!  

Schon vor Jahren hatte SPV-Übervater Christoph Blocher gesagt, es gäbe keinen Klimawandel. Man könnte meinen, dieser hätte seinen Blödsinn bis in die USA verbreitet, denn Donald Trump blies ja ins gleiche Horn, als er sagte, das nenne man Wetter und sich von der Pariser-Klima-Vereinbarung verabschiedete. HRJ

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