Kampfjets im einäugigen Sekundenschlaf

Kampfjet-Kaufgegner erklären dir, dass Jets in der Schweiz keinen Sinn machen weil die Interventionsmöglichkeit, kaum gestartet nach 2 Minuten schon an der Grenze unseres Luftraums beendet wird.  Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es noch viel schneller gehen kann. Am Abstimmungssonntag war meine Frau Magdalena gerade dabei, ein wunderbares

(Lizenzfreies Bild)

Mittagessen zu kochen, während ich im einäugigen Halbschlaf vor dem Fernseher sass und die Politinfos verfolgte. Zufrieden hörte und schlummerte ich vor mich hin. Klar, ich hatte die meisten Anliegen haushoch gewonnen, so z.B. die Ablehnung der idiotischen Begrenzungsinitiative der SVP. Nun ging es um die Kampfjetabstimmung. Eben noch vernahm ich, dass die Hochrechnung knapp zu einem Nein gelangt sei, als ich plötzlich mit einem Auge die Bundesrätin Fiola Amherd sah und sagen hörte, man könne sich auch einen etwas günstigeren Kauf vorstellen. Dabei fiel mir ihr etwas zerknirschter Gesichtsausdruck auf und blitzartig erwachte ich aus dem Sekundenschlaf. Was ist geschehen? Der Kauf war angenommen. Nun hell wach, erfuhr ich, dass sich das Blatt gewendet hatte. Ein ja für die Kampfjetbeschaffung von 50,1 Prozent. Was für ein Bullshit! Eine Entscheidung von Null Komma eins Prozent! So schnell fliegen die Jets also vom Nein ins Ja!

 

Jetzt bezahlen also die Hälfte der Schweizer und Schweizerinnen der anderen Hälfte 6 Milliarden für Flugzeuge, die sie nicht wollen. Kein Wunder, schaut Frau Bundesrätin so nachdenklich drein. Es ist ja nicht das erste Mal, dass unsere Demokratie solche  Knappheiten erlebt. Darum plädiere ich schon ewig für Zwei-Drittel-Mehrheiten. Aber auf mich hört ja niemand! Viele Abstimmungen hätten unser Land nicht gespalten, wären nur echte Entscheide mit grosser Akzeptanz möglich. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0